Auf dünnem Eis – das Schicksal des Rhonegletschers. Ein Dokumentarfilm

Auf dünnem Eis – das Schicksal des Rhonegletschers. Ein Dokumentarfilm

Gletscher sind Zeugen des klimatischen Wandels unserer Zeit und hängen stark mit der Identität der Alpennation Schweiz als Wasserschloss Europas zusammen. Über den drastischen Rückgang der Eisriesen wurde in den letzten Jahren viel berichtet. Selten werden jedoch die Folgen davon für die lokale Bergbevölkerung thematisiert. Im Rahmen meiner Maturaarbeit wollte ich ihr eine Plattform geben und ein Zeitzeugnis in Form eines Dokumentarfilms kreieren.

Kilian Volken, ein Bergführer, der seit vielen Jahren den Rhonegletscher wegen der Vliesabdeckung meidet, wurde einen ganzen Tag auf dem Grossen Aletschgletscher mit der Kamera begleitet.

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich in meiner Freizeit mit der Landschaftsfotografie. Allmählich wurde dadurch auch mein Interesse am Filmen grösser. So begann ich mit kurzen Urlaubsfilmchen und wagte mich später an grössere Projekte. Die Interaktion zwischen Mensch und Natur hatte mich schon immer fasziniert. Aus diesem Grund wählte ich im Februar des letzten Jahres den Rückgang des Rhonegletschers als Thema für meine Maturaarbeit. Ich wollte einen Dokumentarfilm über den Gletscherschwund in Eigenregie produzieren.

Als Erstes fragte ich diverse Stiftungen an, um die anstehenden Kosten der Produktion besser stemmen zu können. Danach vertiefte ich mich in etliche Studien zum Thema, verbrachte einen Nachmittag bei einem Regisseur in Bern, mit dem ich meinen letzten Film kritisch begutachtete, und suchte nach passenden Protagonisten für mein neues Projekt. Nach diversen Absagen hatte ich im August endlich motivierte Gesprächspartner gefunden und reiste für die ersten Interviews ins Goms. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Rhonegletscher seit vier Jahren nicht mehr gesehen. Als ich den Eisriesen an jenem Tag wiedersah, war ich schockiert darüber, wie stark der Gletscher in lediglich vier Jahren zurückgeschmolzen war.

Durch den Einsatz von Luftbildern werden die Dimensionen des Gletschers fassbar. Ausserdem steigern sie die Qualität des Produkts und fördern die Abwechslung der Schnittbildauswahl in der Montage.

Nach zehn Drehtagen hatten sich über zwanzig Stunden Videomaterial auf meinen Festplatten angesammelt. In der Folge arbeitete ich mehrere Monate am Schnitt des Films. Ich nutzte wiederum ein Treffen mit einem fachkundigen Cutter, um Feedback von Profis zu erhalten. Schliesslich gelang es mir, die Unmengen an Rohdateien zu einem einstündigen Endprodukt zusammenzubringen.

«Auf dünnem Eis – Das Schicksal des Rhonegletschers» ist ein 64 Minuten langer Dokumentarfilm, der das Schicksal des ewigen Eises, aber allem voran das Leben von neun Personen, die direkt vom Schwinden der Eismassen betroffen sind, beleuchtet und zum Nachdenken anregt. Der Dokumentarfilm ist ein Appell an die Zuschauerinnen und Zuschauer, den Klimawandel nicht länger zu negieren oder zu glauben, dass er sogar noch aufzuhalten sei. Er macht deutlich, dass es höchste Zeit ist, sich den Tatsachen zu stellen und zu handeln.

Die Doku ist in voller Länge unter www.raphaelknecht.com abrufbar.

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